Der Kirchentag Oberaargau in Huttwil ist in vollem Gange. Die Predigt in der Sporthalle erinnert mich an die amerikanischen Film-Predigten mit so vielen Leuten und einem Pfarrer, der zum Sprechen zeichnet. Seit langem besuche ich wieder einmal einen Gottesdienst... Im Sub-OK bin ich für den Verkehr zuständig. Bis jetzt klappt alles. Hoffe es bleibt so.
Von wuethrich @ 10:58
Kirchentag Oberaargau 2010, Huttwil. Gegen tausend Menschen pilgerten am vergangenen Wochenende nach Huttwil – und feierten den Kirchentag 2010. Nebst Gottesdiensten, Konzerten, aber auch einem wunderbaren Kirchenspiel, luden Ateliers zum Nachdenken, Singen und Malen ein. Zudem offenbarte eine Begegnungsmeile, wie vielseitig das Wirken in den Oberaargauer Kirchgemeinden ist.
Blau spannte sich am Sonntagvormittag das Himmelszelt über Huttwil. Die Sonne lachte, als der Oberaargauer Kirchentag mit einem festlichen Gottesdienst im Sportcenter Huttwil anfing. Andächtig lauschte die Festgemeinde der besinnlichen Predigt. Lacher tönten aus den Stuhlreihen, als der Künstler und Theologe, Heiner Schubert, witzige und zugleich aufrüttelnde Geschichten zu den Predigtgedanken zeichnete. Zudem bereicherten die Stadtmusik Huttwil, der Kirchentag-Chor, aber auch Tanzeinlagen von Jugendlichen den Gottesdienst. Seit zwei Jahren bereitete ein engagiertes Organisations-Team, unter der Leitung des Huttwiler Pfarrers Simon Jenny, den zweiten Oberaargauer Kirchentag vor. Erstmals fand er vor fünf Jahren in Herzogenbuchsee statt. «Die 20 reformierten Oberaargauer Kirchgemeinden machten mit und brachten ihre ‹Schätze› nach Huttwil», freute sich Simon Jenny. Unter dem Motto «Z’mitts im Läbe» solle es ein unvergesslicher Begegnungs- und Erlebnistag werden.
Singen und Töpfern
Das OK-Kernteam hat im Vorfeld keinen Aufwand gescheut und in der Tat ein aussergewöhnlich vielseitiges Programm auf die Beine gestellt. Ob im Nationalen Sportcenter, in Schwarzenbach oder im Huttwiler Städtli, die insgesamt 25 Ateliers stiessen dann auch auf reges Interesse. Während beispielsweise im Atelier sechs unter der Leitung des Huttwiler Musikers Chris-tof Fankhauser alte Kirchenlieder neu gesungen wurden, stieg im Garten des Oberstufenzentrums Hofmatt Rauch aus dem Kamin eines Brennofens. Hier entdeckte nämlich eine KUW-Klasse aus Seeberg die japanische Keramiktechnik Raku. Diese spezielle Art Ton zu brennen, mache riesigen Spass, lachte die 13-jährige Viola Arnet aus Grasswil.
«Total cool», fand es auch ihre gleichaltrige Kollegin Evelin Oesch. «Der Kirchentag ist eine durchwegs gute Sache», sagte Atelierleiter Kurt Baumann, Werklehrer in Langenthal. Ausserdem entführten Märchen die Besucher in eine zauberhafte Welt, oder es konnte der Frage nachgegangen werden, ob sich Glaube und Politik überhaupt vereinbaren lassen. Mit Farben und Pinsel entstand derweil auf dem Brunnenplatz ein poetisch angehauchtes Gemeinschaftswerk. Leiter war der Huttwiler Künstler Menel Rachdi.
Zufriedene Besucher
Voll des Lobes über die Angebote in den Ateliers war Dory Bill. «Das Singen mit Christof Fankhauser ist einfach genial gewesen», schwärmte die Eriswiler Organistin. Ihr Mann Fritz rühmte: «Schlichtweg schön war der Festtagsgottesdienst.» Der Kirchentag sei ein guter Anlass, um die Kirche den Menschen einmal auf eine andere Art näher zu bringen. Viel Platz räumte man aber auch den Jugendlichen und Kindern ein. Nebst einem Kindergottesdienst und der KIK-Kinderkirche gab es extra auch für sie Ateliers, wie etwa jenes, in dem mit Körper und Stimme so richtig gegroovt wurde. Eine Mal- und Spielecke entzückte zudem die Jüngsten, und tolle Tret-Fahrzeuge liessen vor allem Bubenherzen höher schlagen.
Spannende Begegnungen
Viel Beachtung fand die Begegnungsmeile im Gemeindehaus, wo sich die Vielseitigkeit der Oberaargauer Kirchgemeinden farbenfroh präsentierte. So informierte etwa die Kirchgemeinde Melchnau über die Feierlichkeiten rund um den Event «300 Jahre Kirche Melchnau». «Wandern ist auch ein Weg, miteinander unterwegs zu sein und den Glauben zu leben», sagte Gertrud Hiltbrunner am Stand der Kirchgemeinde Lotzwil. Hier wurde die Wandergruppe 60 plus vorgestellt. Gertrud Hiltbrunner ist selbst ein aktives Mitglied der Wandergruppe. Die in Rütschelen lebende Präsidentin der Bezirkssynode arbeitete auch im OK-Kernteam mit. Laut Mitorganisatorin Ingrid Glatz, Pfarrerin in Aarwangen, besuchten rund 1000 Leute den Anlass. «Dank den grosszügigen Sponsoren und den verkauften Tagespässen können voraussichtlich die Kosten des Kirchentags gedeckt werden», freute sie sich.
Erwartungen mehr als erfüllt
Bereits am Samstagabend begann der Kirchentag mit einem eindrücklichen Konzert von Bläserformationen verschiedener Oberaargauer Posaunenchöre. Zudem gab es eine Party und ein Konzert für Jugendliche. Das eindrückliche Kirchenspiel «Hiob» mit über 170 Mitwirkenden galt am Sonntagabend als Krönung und Abschluss zugleich des Oberaargauer Kirchentags 2010 in Huttwil.
In den gut besuchten Ateliers und in der Begegnungsmeile habe eine gute Stimmung geherrscht, bilanzierte Simon Jenny zufrieden. «Auch was der Besucheraufmarsch betrifft, haben sich unsere Erwartungen mehr als erfüllt.»
Infos: Der «Unter-Emmentaler» wird in der nächsten Ausgabe vom Donnerstag, 10. Juni, über das Kirchenspiel «Hiob» berichten. Elsbeth Anliker
UE Unter-Emmentaler Anzeiger